Offshore Windpark Global Tech I

Offshore Windpark Global Tech I

© GlobalTech I 2012

© GlobalTech I 2012

Die Projektgesellschaft Global Tech I Offshore Wind GmbH hat den Nordsee-Windpark Global Tech I geplant, errichtet und wird ihn auch betreiben. Das Gebiet liegt in der westlichen Nordsee, zirka 180 Kilometer nordwestlich von Bremerhaven. Zum Einsatz kommen 80 AREVA Wind M5000 Turbinen. Die Anlagen wurden auf Tripod-Fundamenten errichtet, die in bis zu 41 m Wassertiefe mit jeweils drei Pfählen im Meeresboden verankert wurden.

Umfangreiche Umweltuntersuchungen haben gezeigt, dass das Projektgebiet von Global Tech I von verhältnismäßig wenigen Schweinswalen als Nahrungs- und Durchwanderungsgebiet genutzt wird. Gemäß der Maßgabe des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) waren bei der Errichtung der Fundamente Maßnahmen umzusetzen, um die geräuschempfindlichen Schweinswale vor den lärmintensiven Bauarbeiten zu schützen. Bei Global Tech I kam daher ein dreistufiges Schallschutzkonzept zum Einsatz: Bevor das Tripod-Fundament mit Gründungspfählen im Boden verankert wurde, wurden die Schweinswale durch akustische Signale zu ihrem eigenen Schutz aus dem Windpark vergrämt. Außerdem wurden die Pfähle so weit wie möglich in den Boden gerüttelt, dabei entsteht weniger Lärm. Das Rüttelverfahren konnte bis zu einer maximalen Tiefe von zwölf Metern eingesetzt werden. Danach wurden die eigentlichen Rammarbeiten mit dem sogenannten Softstart-Verfahren begonnen. Die Rammenergie wurde also kontinuierlich gesteigert, so dass die Schweinswale die Möglichkeit hatten, sich mit zunehmender Lautstärke von der Baustelle zu entfernen. Mit Beginn des ersten Rammschlages wurde der große Blasenschleier eingesetzt, um den Unterwasserlärm, also die Schallemissionen zu dämmen. Der große Blasenschleier war zum Zeitpunkt der Bauarbeiten bei Global Tech I die einzige auf dem Markt verfügbare technologische Lösung zur Schallminderung, die für diese Meerestiefen und die gewählte Installationsart der Tripod-Fundamente zur Verfügung stand. Er wurde außerdem zum ersten Mal in solch einem großen Maßstab eingesetzt: Schlauchauslegung von 850 Metern, Wassertiefe bis zu 41 Meter, herausfordernde Seegangsverhältnisse im Baugebiet und eine Küstenentfernung von über 100 Kilometern.

Die Karte zeigt die Lage der Fundamente in der Nordsee (gelb)  sowie die Positionen der ausgebrachten Messstationen. Diese Messstationen sind mit Geräten zur Aufnahme von Schweinswallauten (C-PODs) und teilweise mit Hydrophonen zur Messung des Unterwasserschalls ausgestattet. Global Tech I hat über die von der Genehmigungsbehörde geforderten Messstationen hinaus weitere der POD-Systeme installiert, um die belastbare Datengrundlage zu vergrößern. Dieses Layout erlaubt es, die Anwesenheit von Schweinswalen sowohl im Baugebiet als auch in der direkten Umgebung des Baugebietes zu dokumentieren. Die bis in 28 km Entfernung ausgebrachten Stationen erlauben zusätzlich eine Analyse des Verhaltens von Schweinswalen in größeren Entfernungen zur Rammbaustelle. Dazu gehört zum Beispiel die Auswertung des Meideverhaltens auf einer mittel- und langfristigen Zeitskala .

GTI_Übersichtskarte_20150122