Projekt GlobalTech I: Optimierung

Global Tech I

Global Tech I (© Sven Stadtmann / BioConsult)

Hintergrund

Rammarbeiten zur Installation der Stahlfundamente von Offshore-Windenergieanlagen bewirken hohe Schallemissionen im Wasser (Hydroschall), die zu Störungen und im Nahbereich bis zu Schädigungen von Meeressäugetieren führen können. Während dem Risiko einer direkten Schädigung von Meeressäugetieren durch Vergrämungsmaßnahmen und eine langsame Erhöhung der Rammenergie (soft start) begegnet werden kann, lassen sich Störungen nur durch die Reduzierung der Schallemissionen minimieren.

Vor dem Hintergrund der erwarteten Entwicklung der Offshore-Windenergienutzung in der AWZ der Deutschen Nord- und Ostsee und dem Umstand, dass der größte Teil der Turbinen auf Stahlfundamenten errichtet werden soll, ist der Entwicklung von Schallminderungsmaßnahmen eine hohe Bedeutung beizumessen. Zusätzlich zeichnet sich ab, dass die Branche mehr und mehr XXL-Monopiles entwickelt, die in immer größeren Meerestiefen eingesetzt werden können. Für die erforderliche Tragfähigkeit wird daher der Durchmesser der Gründungen immer größer. Somit steigen jedoch auch die Schallemissionen bei der Gründung an. Schallreduzierungen von bis zu 20 dB und mehr sind derzeit je nach Gründungsstruktur notwendig, um den Grenzwert von 160 dBSEL beim Einzelereignispegel (SEL) in 750 m einzuhalten.

In diesem Verbundvorhaben soll daher sowohl die praktische Handhabbarkeit als auch die weitergehende Verbesserung der schallmindernden Wirkung des Schallschutzsystems “Großer Blasenschleier” im Fokus stehen. Parallel zu allen Optimierungsmaßnahmen werden während der schallintensiven Rammarbeiten sowohl Untersuchungen über das Verhalten und die Reaktionen von Schweinswalen als auch akustische Messungen des tatsächlichen Schalleintrages in verschiedenen Entfernungen von der Baustelle durchgeführt.

An diesem Projekt sind vier Firmen maßgeblich beteiligt:

-logo_hydro wie auch im Projekt Borkum West 2 werden die Verlegung und die Durchführung der technischen Maßnahmen am Blasenschleier durch die Firma Hydrotechnik Lübeck durchgeführt.

- logo_itapDie Schallmessungen sowie die Entwicklung von Geräten (zum Beispiel zur Messung des Innendrucks des Blasenschleierschlauches) werden auch in diesem Projekt durch das Institut für technische und angewandte Physik GmbH (itap Oldenburg) durchgeführt

ISD-Logo_transparenz600     –  eine alternative Blasenschleierkonfiguration (der Perlatorschlauch mit sehr vielen kleinen Bohrungen) wurde durch das Institut für Statik und Dynamik der Leibniz Universität Hannover entwickelt und Offshore getestet

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- Die Firma BioConsult SH führte die Datenaufnahme zur Anwesenheit von Schweinswalen im und großräumig um das Baugebiet herum durch.